Viele Menschen, die sich täglich selbst katheterisieren, wissen nicht, dass sie ihren Versorger jederzeit frei wählen und wechseln dürfen. Man bleibt oft jahrelang bei dem Anbieter, den man nach der Klinik zugewiesen bekommen hat – auch wenn Service und Produkte nicht mehr passen.
Dabei ist der Wechsel unkompliziert, kostenlos und in den meisten Fällen in wenigen Minuten angestoßen. Dieser Ratgeber erklärt, wie er abläuft und worauf du achten solltest.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine ärztliche Beratung oder die persönliche Einweisung durch Fachpersonal.
Du hast die freie Wahl
Nach dem Sozialgesetzbuch (§ 33 SGB V) hast du als gesetzlich Versicherte oder Versicherter ein Recht auf eine ausreichende, zweckmäßige Hilfsmittelversorgung – und du darfst den Leistungserbringer grundsätzlich frei wählen. Niemand kann dich zwingen, bei einem bestimmten Versorger zu bleiben.
Ein Wechsel ändert nichts an deiner ärztlichen Verordnung und nichts an deiner Krankenkasse. Es wechselt nur, wer deine Hilfsmittel liefert und mit der Kasse abrechnet.
Die häufigsten Gründe zu wechseln
In der Praxis sind es fast immer dieselben drei Auslöser:
- Die monatliche Zuzahlung nervt – dabei übernehmen manche Anbieter sie.
- Man bekommt günstigere Ersatzprodukte statt der gewohnten Marke.
- Der Service ist schlecht: späte Lieferungen, keine feste Ansprechperson.
So läuft der Wechsel Schritt für Schritt
Du meldest dich beim neuen Versorger und nennst deine gewohnten Produkte. Der neue Anbieter kümmert sich um die Anmeldung bei deiner Krankenkasse und – falls nötig – um die Kommunikation rund um das Rezept. Sobald alles vorliegt, startet deine erste Lieferung, meist innerhalb weniger Tage. Deinen alten Vertrag musst du in der Regel nicht selbst kündigen.